Das Relative des Fliegens
Stand 28.5.10
Ein Flugzeug fliegt durch die Luft. Auf seinem Flugweg befinden sich rote Seifenblasen. Sie zeigen den Bewegungszustand
der Luft an ihren Stellen an. Bei Windstille zeigt sich, daß sich das Flugzeug bewegt und die Luft in Ruhe ist. Dieser
Zustand ist der auf der Erde gewohnte. Auch ein Auto bewegt sich und die Straßenpfosten stehen still. Die Bewegungen
von Auto und Flugzeug sind absolut.
Aus dem Auto gesehen bewegen sich Straßenpfosten scheinbar an ihm vorbei. Aus dem Flugzeug gesehen bewegen sich
die oben gezeichneten Seifenblasen an diesem ebenso nur scheinbar vorbei. Diese optischen Beobachtungen sind relativ,
entstehen nur aus den Bewegungen der Beobachter. Insassen im Flugzeug sehen die Seifenblasen an sich und dem
Flugzeug vorbei bewegen wie Insassen im Auto die Straßenbegrenzungspfosten. Beide scheinen sich nur zu
bewegen! Solche Bewegungen nennt man fiktiv, also nur eingebildet. Fiktives ist etwas, das physikalisch keine Wirkung
erzeugen kann. Für die Luft wird diese nur subjektive Einbildung einer Strömung Fahrtwind genannt. Die Umgangssprache
ist also exakt: sie hat dafür einen speziellen Begriff geprägt, um den Unterschied zu einer realen Strömung (Wind)
aufzuzeigen. Um so erstaunlicher ist, daß sich die "hohe Wissenschaft" blenden läßt.
Ein Flugzeug bewegt sich absolut gegenüber der Erdoberfläche und absolut gegenüber der Luft. Würde sich
die Luft als Wind über dem Erdboden verschieben, so ändert sich an den beiderseitigen physikalischen Beziehungen
nichts. Ein Flugzeug bewegt sich weiterhin mit seiner Geschwindigkeit absolut gegenüber der Luft. Wie sich die
Erdoberfläche darunter verschiebt ist ohne Belang. Für das Fliegen ist nur die absolut gegenüber der Luft stattfindende
kinematische Bewegung des Flugzeugs maßgebend.
Fliegen kann ein Flugzeug nur dadurch, daß es Energie dafür aufwendet. Das Flugzeug agiert, die Luft reagiert. Ein
Teil der Energie wird dafür verbraucht, daß es sich durch die Luft hindurch zwängt. Der andere meist kleinere Teil
dafür, daß es Luftmassen nach unten beschleunigt. Auf dem Rückstoß daraus "reitet" es. Das Absinken der roten
Seifenblasen zeigt an, daß Luft nach unten gestoßen wird.
Die Einrahmung des Flugzeugs schneidet das Bild aus, das eine mitziehende Kamera sieht. In diesem Bild
fließen die Seifenblasen am Flugzeug vorbei. Dieses Vorbeifließen von Luft wird als Fahrtwind bezeichnet und ist bekannt
vom Fahrrad und Auto. Beim Flugzeug wird es verwunderlicherweise aber "Strömung" genannt. Dabei ist es nur eine
fiktive Bewegung von Luft, Fahrtwind. Ein Irrtum, der die Aufklärung des Rätsels Fliegen bis heute verhinderte. Die fiktive
Strömung führte zur falschen Bernoulli-Theorie. In einer fiktiven "Strömung" kann ein Bernoulli-Effekt aber gar nicht
entstehen können. Er bedürfte einer echten Strömung auf Grund eines Druckgefälles von vor dem Flugzeugflügel nach
hinter ihm.
Das eingerahmte Bild mit seinen fiktiven Bewegungsverläufen zeigt sich im Windkanal ortsfest, da er genau zu
diesem Zweck erfunden wurde. Er kann die wahren Verhältnisse in der Luft aber nicht ändern. Da bleibt nach wie vor
eine "Strömung" der Luft am Flugzeug entlang eine Fiktion. In der Physik entscheidet das Original, nicht die Kopie.
Die physikalische Flugtheorie muß das Fliegen in der Luft erklären, nicht die fiktiven Erscheinungen im Windkanal.
Jede "Strömungs"theorie für das Fliegen ist definitiv falsch!
Im Windkanal sind wesentliche physikalische Dinge anders. In ihm wird die Energie nicht mehr vom Flugzeug aufgebracht,
sondern von der Luft. Das hat für die Luft-Kräfte keine Bedeutung, jedoch für die Ursache-Wirkungsabläufe.
Die Wirkung, daß Luft von einem Flugzeug abwärts gestoßen wird, ist nur noch in einem kleinen Bereich hinter
ihm sichtbar. Weiter hinten verhindert der Untergrund ein weiteres Absinken der Luft. Die hohlen Seifenblasen
zeigen an wie sich die Luft weiter bewegen wollte. Der Windkanal führte dazu, daß das abwärts stoßen von Luft
ignoriert wurde. Dabei ist genau das die physikalische Essenz des Fliegens.
Die Bilder im Windkanalfenster sind die identischen und zeitgleichen aus der Einrahmung des Flugzeuges in der Luft.
Das Ein- und Auslaufen des Flugzeugs in und aus dem Realbild zeigt sich im Windkanalfenster genau gleich, durch
den anderen Bezugspunkt jedoch sehr sonderbar. Das ist bewußt so belassen, da es optisch sehr schön aufzeigt,
daß das Windkanalbild eben doch nicht das gleiche wie das Realbild ist. Die Meinung "Das ist doch egal!" ist der
sicherste Weg in die Pseudophysik. In der Natur gibt es überhaupt nichts, das egal wäre.
In der Luft ist ein Bereich mit zwei übereinander liegenden Luftteilchen blau eingekastelt. Diese werden vom Tragflügel
durchflogen. Dieser Vorgang ist zusätzlich noch vergrößert sichtbar gemacht und im interessanten Bereich zeitgedehnt.
Es zeigt sich, daß das Luftteilchen, das über dem Flügel verbleibt, zuvor angehoben, nach vorn verschoben und
dann aber weiter nach hinten versetzt wird. Der Vorgang ist auch im Kapitel "Physik des Fliegens" dargestellt.
Nach Durchflug des Flügels hat das Teilchen eine Abwärtsbewegung erhalten, mit der es sich dauerhaft nach unten
bewegt. Das Luftteilchen, das beim Durchflug unter dem Flügel bleibt, erfährt nur einen Vorwärtsversatz, jedoch ebenfalls
eine Anhebung vor und dann die Abwärtsbewegung hinter dem Flügel.
Beide Lufteilchen zeigen auf, daß die Luft durch einen Tragflügel horizontal nur örtlich verschoben wird. Das jedoch sind
Details, mit denen sich zwar ein ganzes Studium füllen läßt, die physikalisch trotzdem keinerlei grundsätzliche Bedeutung
besitzen. Physikalisch ist die vom Flügel mit Energieeinsatz nachhaltig erzeugte Geschwindigkeit der nach abwärts
in Bewegung versetzten Luftmasse die invariante Größe des Funktionismusses des Fliegens.
Die physikalische Theorie für ein Naturgeschehen muß in der Lage sein, alles zu ihm vorher sagen zu
können. Das betrifft beim Fliegen die Wirbel wie ihr Absinken wie den Bodeneffekt wie die Luftkraftverteilung auf Flügelober-
und Unterseite und mehr, einfach alles. Bernoullische Effekte entstehen nur durch Bewegungsänderungen von Luftbereichen
gegenüber ihrem ansonsten beibehaltenem Zustand. Der wäre hier der Ruhezustand. Es kann aber auch ein bewegter
Zustand sein wie z. B. bei Wind. Die Luft in dem Zustand, den sie ohne Einwirkung durch einen Flügel beibehalten hätte,
ist der physikalische Bezugspunkt für kinetisch entstehende Kräfte. Die horizontale Bewegung eines Flugzeugs gegenüber
der Luft ist nur Hilfsmittel, um mittels des Prinzips der schiefen Ebene mechanisch Luft nach abwärts in Bewegung
versetzen zu können.
flugtheorie.de